Ein kurzer Einblick in die archaeoDox Benutzeroberfläche

Dies ist ein Screenshot von dem Startbildschirm der Community Edition. Um die verschiedenen archäologischen Aktivitäten eindeutig unterscheiden zu können, ist ein eigener Nummernkreis von entscheidender Bedeutung.



Auch wenn Schleswig-Holstein und Hamburg die gleiche Nummerierungskonvention benutzen, eine Kennung des Jahres und eine laufende Kampagnennummer, wird unter der Motorhaube die Integrität der Daten immer durch den Gebrauch von sogenannten UUIDs gewährleistet (Universal Unique Identifier). Das Konzept der Verwendung von UUIDs wird durch alle Datenbankentitäten konsequent durchgeführt, so dass jede Dateneingabe immer eindeutig identifizierbar ist. Lassen Sie uns einen Blick darauf werfen, wie eine neue Aktivität aufgenommen wird. Zusätzlich zu einer obligatorischen Einstellung des geographischen Kontextes, muss der Sachbearbeiter entscheiden, welches Modul für das Sammeln von Daten verwendet werden soll. Beide verfügbaren Module basieren auf Einzelkontext Aufnahme von Ed Harris. Das Modul "Stadtkerngrabung" basiert auf stratigraphischen Einheiten und ist somit die beste Lösung für typische Schicht basierende Ausgrabungen wie in historischen Stadtzentren oder komplexen paläolithischen Stätten. Das andere Modul "Flächengrabung" basiert auf isolierten Befunden passend z.B. für Ausgrabungen auf prähistorischen ländlichen Siedlungen oder Grabstätten. Die zugrundeliegende Datenstruktur ist identisch und nähert sich dem CRM-Datenmodell immer mehr an.

(Thesaurus gesteuerte Auswahl des geographischen Kontextes zur Zeit nur in den spezifisch angepassten Versionen)

Auf dem nächsten Bildschirm - das Modul Flächengrabung wurde gewählt - sehen wir den Hauptdateneingabebildschirm. Drei Hauptkomponenten werden angezeigt. Es gibt eine Baumansicht auf der linken Seite, Listenansicht und Navigation in der Mitte und auf der Oberseite eine schnelle Navigation mit Tasten. Die Tasten und Knoten in der Baumansicht entsprechen den bestehenden technischen Einheiten in einer Baugrube, wie beispielsweise sogenannte Flächen. Eine Fläche bedeutet nichts anderes, als jeder Schnitt in einer Baugrube. In diesem Fall wurden elf Flächen im Gelände eingegeben und somit in archaeoDox erfasst.



Das gleiche gilt für alle anderen Entitäten, wie beispielsweise Befunde, wie hier gezeigt. Sie können in Batchverfahren erfasst werden, um Eingabezeiten zu minimieren. Angezeigt wird die Hauptansicht eines Befundes mit verschiedenen Informationen wie z.B. der zugehörigen Grabungsfläche als Kontext. Thesaurus gesteuerte Felder werden für die Datierung verwendet. Befunde können allgemein in sogenannten Befundomplexen gruppiert werden, beispielsweise die Gruppierung mehrerer Pfostenlöcher in der Grundfläche eines Gebäudes. Stratigraphische Referenzen wie "liegt über" oder "liegt unter" können mit dem Stratigraphie-Modul erfasst werden. Schaut man auf die Baumansicht, kann man sehen dass der Befund in zwei Plana ausgegraben worden ist. In der unteren rechten Ecke sind alle zugehörigen Objekte aufgelistet. Die Listenfelder agieren immer als eine schnelle Navigation. In diesem Fall, um auf die Daten von einem im Zusammenhang mit dem Befund stehenden Fundobjekt zu springen. Das gleiche gilt für alle damit verbundenen Dokumentationsschritte. Am Beispiel dieses Befundes wird deutlich, dass er in fünf Schritten dokumentiert wurde. ArchaeoDox erhöht einen Zähler der Dokumentationsschritte für jede Tätigkeit. Verbale Beschreibungen werden direkt im Hauptbildschirm des Befundes gezeigt. Mit Klick auf die Taste "dokumentieren" kann die Dokumentation jederzeit durchgeführt werden.



Wenn Sie einen neuen Dokumentationsschritt anlegen, wählen Sie, welche Art von Dokumentation eingetragen werden soll. Fotos, Messungen, Zeichnungen, etc. Die Kerninformation des Kontextes wird bereits nur durch Drücken der Taste erzeugt. Jetzt können zusätzliche Metadaten eingegeben werden. Da archaeoDox auch ein Dokumenten-Management-System ist, gibt es beispielsweise Eingabefelder für die Seitenzahlen der analogen Zeichnungen. Wo immer möglich, und wo es sinnvoll ist, werden Thesaurus gesteuerte Felder verwendet.



Diese einfache Hierarchie ermöglicht einen einfachen Zusammenhang mit einer ebenso flachen Ordner- und Dateistruktur. Redundante Daten werden durch Mehrfachzuordnungen vermieden. Wenn beispielsweise ein Foto mehrere Befunde abbildet, kann dieses Foto allen Befunden zugewiesen werden. Jeder dieser Befunde zeigt dann eine Verknüpfung mit dem Foto Dokumentationsschritt. Um die Übersicht in den Ordnern zu verbessern, können Ordner Tags verwendet werden. Um Zugriff auf das Dateisystem zu erhalten, müssen Anwender nur die "Ordner öffnen"-Taste klicken.



Im Hintergrund hat archaeoDox bereits die entsprechnenden Ordner im Dateisystem angelegt. Nun per Drag and Drop die Dateien in den gewünschten Ordner fallen lassen - und fertig. Externe Dateien werden in der Baumansicht angezeigt und können durch das System umbenannt werden. Für alle Dokumente vom Typ Bild ist eine Vorschau umgesetzt. Jedes andere Dokument kann durch Klick auf einen Link in dem zugehörigen Betrachtungsprogramm angezeigt werden.



Für die Eingabe von Funden sind nur die Eingabe von Bezeichnung, Material, Datierung, Menge und Kontext Pflichtfelder. Auch hier können Funde im Batch Modus angelegt werden. Sie können sehen, dass auch hier stellvertretend für alle Arten von Entitäten, seien es Profile, Plana, Proben, Raster, etc., Dokumentationsschritte angelegt wurden, unter anderem eine zusätzliche Textbeschreibung.



Generell werden Thesaurus gesteuerte Felder für die Objektbezeichnung, Material und Datierung genutzt. ArchaeoDox besitzt Schnittstellen, um andere Funddatenbanken mit Daten zu versorgen. In diesem Fall die Archäologische Datenbank Schleswig-Holstein, die im LIDO Standard befüttert wird. Der Nutzer triggert die Übertragung durch Klick auf eine Taste im Startbildschirm.

Die verwendeten Vokabulare werden im Falle von SH und HH mit dem Web-basierten Tool XTree verwaltet. Damit können Sie verschiedene Arten von Synonymen für den gleichen Eintrag verwenden, auch in anderen Sprachen, und ISO-konforme Definitionen und Zuordnungen zu anderen Vokabularien wie AAT pflegen. So spielt es keine Rolle, welches Synonym in der Dateneingabe oder in Suchanfragen verwendet wird. Gespeichert wird nur die ID. Einträge sind nach Themen in unterschiedlichen Hierarchieebenen gruppiert. Hamburg und Schleswig-Holstein beteiligen sich am Aufbau eines Vokabulares für Befundkategorien in Zusammenarbeit mit der führenden Autorität Landschaftsverband Rheinland.

In aller möglicher Kürze haben wir Ihnen die wichtigsten Grundsätze und Konzepte in der archaeoDox gezeigt, konnten jedoch nur an der Oberfläche kratzen. Wir sind in einem kontinuierlichen Prozess der Weiterentwicklung, sowohl mit Blick auf die Benutzerfreundlichkeit, als auch neue Funktionen. Die Tiefen der denkbaren Funktionen und Möglichkeiten scheinen schier endlos. Derzeit werden Suchfunktionen und Reportingfunktionen implementiert oder erweitert. Diese Analyse-Tools scheinen relativ spät entwickelt zu werden. Das Fundament mit homogenen Datenmengen mit hoher Qualität ist Grundlage für jede qualifizierte Suche. Es ist wichtig zunächst die ersten Schritte zu gehen.